Dies ist die wahre Energiewende:
Mehrere Zeitungen haben es bereits gemeldet: Der russische Energieriese Gazprom erwägt den Einstieg in Stromprojekte des deutschen Eon-Konzerns.
Seit 2008 hat Eon knapp 57 Prozent oder 52 Milliarden Euro an Marktwert verloren, RWE 52 Prozent oder 23 Milliarden Euro. Das Image der Konzerne ist durch die angedrohten Klagen auf Schadensersatz ramponiert, auch wenn den Managern keine Alternative blieb, als für den Erhalt ihrer Vermögenswerte juristisch zu kämpfen. Plötzlich sehen die einst stolzen Energieriesen nicht nur für das Handelsblatt wie Übernahmekandidaten aus.
Führende Wirtschaftspolitiker von Union und FDP, berichtet das Handelsblatt, halten einen Einstieg von Gazprom bei Eon für energiepolitisch sinnvoll. Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte: "Ohne Atomkraft ist Deutschland künftig an Gaslieferungen aus Russland noch mehr interessiert als früher". Ein Einstieg von Gazprom bei Eon oder deren Gastochter Ruhrgas würde diese wichtige deutsch-russische Kooperation stabilisieren und der gesamten deutschen Wirtschaft bezahlbare Strompreise sichern.
Quellen:
Gazprom an Eon-Projekten interessiert, Handelsblatt, 17.06.2011
Markus Balser, RWE: Geheimverhandlungen mit Gazprom. Codename Andromeda, sueddeutsche.de, 22.06.2011
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Mittwoch, 22. Juni 2011
RWE plant Verkauf seines Hochspannungsnetzes
Der Energiekonzern plant, in den kommenden Tagen die Mehrheit seiner Netzsparte Amprion zu verkaufen, berichtet der Stern vom 22.06.2011. Bis Ende Juni wolle das Unternehmen 75 Prozent der Amprion-Anteile abstoßen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Finanzkreise. RWE selbst werde eine Sperrminorität von 25 Prozent behalten und sich um die technische Führung des Netzbetriebs kümmern.
Amprion versorgt über ein 11.000 Kilometer langes Hochspannungsnetz mehr als 25 Millionen Kunden in West- und Süddeutschland mit Strom. Dem Stern zu Folge könnten fast eine Milliarde Euro in die Konzernkassen fließen. Acht Abnehmer seien im Gespräch, Investoren aus der Finanzbranche, darunter auch die Allianz.
Die Stromnetze gelten als sanierungsbedürftig.
Amprion versorgt über ein 11.000 Kilometer langes Hochspannungsnetz mehr als 25 Millionen Kunden in West- und Süddeutschland mit Strom. Dem Stern zu Folge könnten fast eine Milliarde Euro in die Konzernkassen fließen. Acht Abnehmer seien im Gespräch, Investoren aus der Finanzbranche, darunter auch die Allianz.
Die Stromnetze gelten als sanierungsbedürftig.
Dienstag, 21. Juni 2011
Atomausstieg stärkt Marktmacht der Energiekonzerne
Atomkraftgegner, allen voran die Grünen, Greenpeace und Umweltorganisationen, tragen dazu bei, dass die Marktmacht der vier Energie-Konzerne wachsen wird. "Kurzfristig besteht deshalb auch die Gefahr, dass die Macht der großen Konzerne eher noch zunimmt. Wir brauchen jetzt plötzlich wieder alte fossile Kraftwerke, die längst abgeschaltet waren. Das kann nur über die großen vier laufen, deren Marktmacht wird daher zunächst mal gestärkt", sagte Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamts. (Konrad Fischer, Bundeskartellamt: Die Macht der großen Stromkonzerne nimmt zu, in: Wirtschaftswoche, 18.06.2011)
Mundt sieht Wege, bei den erneuerbaren Energien einen Wettbewerb zu entfesseln. Und irgendwie wirkt die Idee, über Gesetze "Möglichkeiten der Hersteller zur Selbstvermarktung zu stärken", kreativ und nett, ebenso die Idee der Bundesregierung, eine "Markttransparenzstelle" einzurichten, die Preistreiberei verhindern soll.
Gibt es da nicht eine Bundesnetzagentur mit 2.600 Mitarbeitern, die dies wirkungsvoll verhindern könnte? Denn schließlich ist die Bundesnetzagentur eine selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, mit Sitz in Bonn. Sie ist für den Wettbewerb auf den fünf Netzmärkten Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnverkehr verantwortlich. Ihre Aufgabe besteht darin, "durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit dem 1. Januar 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen". Und: "Zur Durchsetzung der Regulierungsziele ist sie mit wirksamen Verfahren und Instrumenten ausgestattet worden, die auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten einschließen."
Wozu braucht die Bundesregierung dann noch eine "Markttransparenzstelle"?
Mittel- bis langfristig entstehe durch den Atomausstieg "Spielraum für neue Akteure, die bisher keine Chance hatten", glaubt Mundt. "Zumindest könnte sich eine aufgelockerte Landschaft ergeben". Der Kartellamtschef gibt jedoch zu: "Denn trotz aller Bemühungen in der Vergangenheit, den Markt zu liberalisieren: Der Status quo ist ein Markt, der von vier großen Konzernen beherrscht wird" und die die jetzigen Marktführer werden zunächst "die mit Abstand mächtigsten Konzerne bleiben". Zunächst?
Zwar hoffen gemeinsam mit Mundt, ermuntert durch die vollmundigen Versprechen der Regierung, der Parteien, Kirchen und vieler NGO, dass auch viele kleinere Hersteller davon profitieren werden, denn: "Der Kuchen der erneuerbaren Energien muss erst noch verteilt werden. Bei großen Projekten wie ausgedehnten Offshore-Parks haben die etablierten Anbieter Startvorteile. Aber hier bieten sich auch Chancen für neue Wettbewerber." Das ist richtig, vor allem für neue Energieriesen aus dem Ausland.
Mundt setzt Hoffnungen auf große Stadtwerke und Verbünde, denen er zutraut, im Bereich der Stromproduktion den Wettbewerb beleben, obwohl er, wie er hinzufügt, "den aktuellen Trend zur Rekommunalisierung auch sehr kritisch" sieht. Aber die Beherrschung des Marktes durch die vier großen Konzerne sieht er nicht gefährdet.
Erst vor wenigen Monaten hat der Kartellamtspräsident durch seine Warnung vor der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel auf sich aufmerksam gemacht.
Vor gut zehn Jahren, sagt Mundt, hätten sich noch sieben Handelsunternehmen 70 Prozent des Marktes geteilt (in: Tagesschau.de, 27.02.2011). "Jetzt haben wir es mit den vier großen Handelskonzernen Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe und Aldi zu tun, die 85 Prozent der Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel auf sich vereinen", sagte Mundt. Verhältnisse wie in anderen europäischen Ländern mit ein oder zwei dominierenden Anbietern müssten verhindert werden: "Irgendwann ist es mit den schönen niedrigen Preisen vorbei. Marktmacht kehrt sich ins Gegenteil um."
Mundt sieht Wege, bei den erneuerbaren Energien einen Wettbewerb zu entfesseln. Und irgendwie wirkt die Idee, über Gesetze "Möglichkeiten der Hersteller zur Selbstvermarktung zu stärken", kreativ und nett, ebenso die Idee der Bundesregierung, eine "Markttransparenzstelle" einzurichten, die Preistreiberei verhindern soll.
Gibt es da nicht eine Bundesnetzagentur mit 2.600 Mitarbeitern, die dies wirkungsvoll verhindern könnte? Denn schließlich ist die Bundesnetzagentur eine selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, mit Sitz in Bonn. Sie ist für den Wettbewerb auf den fünf Netzmärkten Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnverkehr verantwortlich. Ihre Aufgabe besteht darin, "durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit dem 1. Januar 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen". Und: "Zur Durchsetzung der Regulierungsziele ist sie mit wirksamen Verfahren und Instrumenten ausgestattet worden, die auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten einschließen."
Wozu braucht die Bundesregierung dann noch eine "Markttransparenzstelle"?
Mittel- bis langfristig entstehe durch den Atomausstieg "Spielraum für neue Akteure, die bisher keine Chance hatten", glaubt Mundt. "Zumindest könnte sich eine aufgelockerte Landschaft ergeben". Der Kartellamtschef gibt jedoch zu: "Denn trotz aller Bemühungen in der Vergangenheit, den Markt zu liberalisieren: Der Status quo ist ein Markt, der von vier großen Konzernen beherrscht wird" und die die jetzigen Marktführer werden zunächst "die mit Abstand mächtigsten Konzerne bleiben". Zunächst?
Zwar hoffen gemeinsam mit Mundt, ermuntert durch die vollmundigen Versprechen der Regierung, der Parteien, Kirchen und vieler NGO, dass auch viele kleinere Hersteller davon profitieren werden, denn: "Der Kuchen der erneuerbaren Energien muss erst noch verteilt werden. Bei großen Projekten wie ausgedehnten Offshore-Parks haben die etablierten Anbieter Startvorteile. Aber hier bieten sich auch Chancen für neue Wettbewerber." Das ist richtig, vor allem für neue Energieriesen aus dem Ausland.
Mundt setzt Hoffnungen auf große Stadtwerke und Verbünde, denen er zutraut, im Bereich der Stromproduktion den Wettbewerb beleben, obwohl er, wie er hinzufügt, "den aktuellen Trend zur Rekommunalisierung auch sehr kritisch" sieht. Aber die Beherrschung des Marktes durch die vier großen Konzerne sieht er nicht gefährdet.
Erst vor wenigen Monaten hat der Kartellamtspräsident durch seine Warnung vor der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel auf sich aufmerksam gemacht.
Vor gut zehn Jahren, sagt Mundt, hätten sich noch sieben Handelsunternehmen 70 Prozent des Marktes geteilt (in: Tagesschau.de, 27.02.2011). "Jetzt haben wir es mit den vier großen Handelskonzernen Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe und Aldi zu tun, die 85 Prozent der Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel auf sich vereinen", sagte Mundt. Verhältnisse wie in anderen europäischen Ländern mit ein oder zwei dominierenden Anbietern müssten verhindert werden: "Irgendwann ist es mit den schönen niedrigen Preisen vorbei. Marktmacht kehrt sich ins Gegenteil um."
Dienstag, 14. Juni 2011
Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde wieder am Netz
Mich würde sehr interessieren, was es konkret an der Pressemeldung von e.on, zu kritisieren gibt. In welcher Industriebranche gibt es vergleichsweise hohe Sicherheitsstandards und Kontrollen? Wird in diesem Bericht eine Gefahr verschwiegen?
Pressemeldung von e.on, 14.06.2011
Das Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde speist seit dem 14. Juni 2011, 16:36 Uhr, wieder Strom ins Netz. Die Anlage ging am 2. Mai 2011 zum 26. Brennelementwechsel und der jährlichen Anlagenrevision vom Netz.
Während der diesjährigen planmäßigen Revision wurden 20 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue Uran-Brennelemente ersetzt. Darunter sind auch die zwei Brennelemente, bei denen an je einem Brennstab ein geringfügiger Hüllrohrschaden festgestellt wurde. Das Revisionsprogramm umfasste circa 1.000 teilweise sehr umfangreiche Prüfungen und zahlreiche Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten.
Im Revisionszeitraum kamen bis zu 1.650 externe Fachkräfte aus über 100 Fachfirmen zum Einsatz. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Gutachterorganisationen TÜV Nord und Germanischer Lloyd überwachten alle sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten. Die Überprüfung der technischen Systeme auf ihre Funktionstüchtigkeit bestätigte den guten Zustand der Anlage.
Das Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde investierte für die Revisionsarbeiten insgesamt 56 Millionen Euro.
Seit der letzten Revision im April 2010 war das Kernkraftwerk mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte in diesem Zeitraum etwa 12,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht einem Jahresstromverbrauch von circa 3 Millionen deutschen Haushalten. Der Umwelt ersparte das Kernkraftwerk Grohnde damit fast 12 Millionen Tonnen CO2.
Pressemeldung von e.on, 14.06.2011
Das Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde speist seit dem 14. Juni 2011, 16:36 Uhr, wieder Strom ins Netz. Die Anlage ging am 2. Mai 2011 zum 26. Brennelementwechsel und der jährlichen Anlagenrevision vom Netz.
Während der diesjährigen planmäßigen Revision wurden 20 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue Uran-Brennelemente ersetzt. Darunter sind auch die zwei Brennelemente, bei denen an je einem Brennstab ein geringfügiger Hüllrohrschaden festgestellt wurde. Das Revisionsprogramm umfasste circa 1.000 teilweise sehr umfangreiche Prüfungen und zahlreiche Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten.
Im Revisionszeitraum kamen bis zu 1.650 externe Fachkräfte aus über 100 Fachfirmen zum Einsatz. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Gutachterorganisationen TÜV Nord und Germanischer Lloyd überwachten alle sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten. Die Überprüfung der technischen Systeme auf ihre Funktionstüchtigkeit bestätigte den guten Zustand der Anlage.
Das Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde investierte für die Revisionsarbeiten insgesamt 56 Millionen Euro.
Seit der letzten Revision im April 2010 war das Kernkraftwerk mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte in diesem Zeitraum etwa 12,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht einem Jahresstromverbrauch von circa 3 Millionen deutschen Haushalten. Der Umwelt ersparte das Kernkraftwerk Grohnde damit fast 12 Millionen Tonnen CO2.
Sonntag, 12. Juni 2011
EnBW baut Windkraftsegment aus
Die Energiekonzerne haben sich auf den Ausstieg aus der Kernenergie schon seit Jahren vorbereitet. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat in den letzten zweieinhalb Jahren ihre Erzeugung aus Windkraft auf rund 160 Megawatt mehr als verfünffacht und verstärkt ihre Aktivitäten im Bereich Onshore-Windkraft in Baden-Württemberg. "Aufgrund der in Baden-Württemberg bisher zurückhaltenden Ausweisungspraxis von geeigneten Vorranggebieten für Windkraftanlagen erfolgte dieser Ausbau außerhalb des Landes." (IndustrieTreff, 12.06.2011)
Um das Ziel der Landesregierung, dass in Baden-Württemberg bis 2020 zehn Prozent des Stromverbrauchs aus Windkraft erzeugt werden sollen, einhalten zu können, hält die EnBW die angekündigten planungsrechtlichen Änderungen sowie eine bessere Vergütung für Windenergieanlagen, insbesondere im Binnenland im Rahmen der aktuellen Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), für erforderlich. "Windkraft ist bereits ein elementarer Bestandteil unseres Ausbaus der Erneuerbaren Energien."
EnBW betreibt bisher bundesweit 21 Windparks und will weiter wachsen. Der Vorstandsvorsitzender der EnBW, Hans-Peter Villis, kündigte an, dass sich die EnBW hierzu zunehmend selbst in der Projektentwicklung engagieren werde.
Um das Ziel der Landesregierung, dass in Baden-Württemberg bis 2020 zehn Prozent des Stromverbrauchs aus Windkraft erzeugt werden sollen, einhalten zu können, hält die EnBW die angekündigten planungsrechtlichen Änderungen sowie eine bessere Vergütung für Windenergieanlagen, insbesondere im Binnenland im Rahmen der aktuellen Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), für erforderlich. "Windkraft ist bereits ein elementarer Bestandteil unseres Ausbaus der Erneuerbaren Energien."
EnBW betreibt bisher bundesweit 21 Windparks und will weiter wachsen. Der Vorstandsvorsitzender der EnBW, Hans-Peter Villis, kündigte an, dass sich die EnBW hierzu zunehmend selbst in der Projektentwicklung engagieren werde.
Samstag, 4. Juni 2011
Gazprom prüft Übernahme von E-ON
n-tv meldet heute: Eon-Teile auf dem Radar. Gazprom prüft Übernahme. (in: n-tv, 04.06.11)
Russlands Energieriese Gazprom habe die Absicht, sein Geschäft in Deutschland ausbauen und prüfe eine Übernahme von Teilen des deutschen Energieversorgers Eon. Mit Interesse verfolge sein Konzern, dass Eon Unternehmensbeteiligungen im Milliardenwert verkaufen wolle, sagte Konzernchef Alexej Miller der "Süddeutschen Zeitung".
Russlands Energieriese Gazprom habe die Absicht, sein Geschäft in Deutschland ausbauen und prüfe eine Übernahme von Teilen des deutschen Energieversorgers Eon. Mit Interesse verfolge sein Konzern, dass Eon Unternehmensbeteiligungen im Milliardenwert verkaufen wolle, sagte Konzernchef Alexej Miller der "Süddeutschen Zeitung".
Mittwoch, 1. Juni 2011
Energieriesen - Kandidaten für Übernahme?
Ob die Atomkraftgegner daran gedacht haben, dass die Energieriesen Übernahmekandidaten für ausländische Konkurrenten wie EdF oder Gazprom werden können?
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Energieriesen - Kandidaten für Übernahme?
Ob die Atomkraftgegner daran gedacht haben, dass die Energieriesen Übernahmekandidaten für ausländische Konkurrenten wie EdF oder Gazprom werden können?
Einige Leute halten dies offenbar für möglich: Brennelementesteuer, Gewinneinbruch um 30 Prozent, hoher Aktienwertverlust, Kohlekraftwerke, die bald neue Milliardenkosten verursachen werden (ab 2013 sind rund 4,2 Milliarden Euro für CO2-Zertifikate zu zahlen) und die Vorfahrtregelung für Elektrizität aus Windrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken könnten die Energieriesen so sehr schwächen, dass noch größere Energieriesen an eine Übernahme denken könnten. (Schultz, Stefan: Ausgestrahlt - Energieriesen in der Existenzkrise, Spiegel Online, 1.6.11)
Einige Leute halten dies offenbar für möglich: Brennelementesteuer, Gewinneinbruch um 30 Prozent, hoher Aktienwertverlust, Kohlekraftwerke, die bald neue Milliardenkosten verursachen werden (ab 2013 sind rund 4,2 Milliarden Euro für CO2-Zertifikate zu zahlen) und die Vorfahrtregelung für Elektrizität aus Windrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken könnten die Energieriesen so sehr schwächen, dass noch größere Energieriesen an eine Übernahme denken könnten. (Schultz, Stefan: Ausgestrahlt - Energieriesen in der Existenzkrise, Spiegel Online, 1.6.11)
Mittwoch, 11. Mai 2011
Tepco kürzt seinen Managern die Gehälter noch weiter.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Versagen von Führungskräften in der Wirtschaft fertig zu werden, wie Japan beweist. Verantwortung hat dort nicht nur Gesichter, sondern führt auch zu Konsequenzen: Tepco kündigt seinen Managern weitere Gehaltskürzungen an.
In Deutschland hätten sie vermutlich Boni erhalten.
Kein Konzern trägt die Kosten für Fehlentscheidungen, jedenfalls nicht alleine. Je größer ein Konzern ist, desto größer ist der Schaden, den er anrichten kann. Im Unterschied zu kleineren Firmen, die Insolvenz anmelden und dadurch bei ihren Gläubigern insgesamt nur relativ geringen finanziellen Schaden erzeugen, muss ein Großkonzern, von dem die Versorgung der Bevölkerung und Arbeitsplätze abhängig sind, von der Gesellschaft am Leben erhalten werden, um den Schaden nicht noch zu vergrößern. In dieser Position kann ein Großkonzern so ziemlich alles fordern, jedenfalls so lange ein Konsens über Großkonzerne besteht. Tepco wird selbstverständlich versuchen, die Kosten auf die Gesellschaft insgesamt abzuwälzen, aber diese "Gier" liegt im Wesen der Großkonzerne und nicht im bösen Willen von Tepco begründet. Jeder Großkonzern in Europa würde sich ähnlich verhalten wie Tepco, aber seinen Managern vermutlich hohe Boni zahlen.
Quelle: FAZ, 10.05.11, "Für Entschädigungen. Fukushima-Betreiber Tepco fordert Staatshilfe".
In Deutschland hätten sie vermutlich Boni erhalten.
Kein Konzern trägt die Kosten für Fehlentscheidungen, jedenfalls nicht alleine. Je größer ein Konzern ist, desto größer ist der Schaden, den er anrichten kann. Im Unterschied zu kleineren Firmen, die Insolvenz anmelden und dadurch bei ihren Gläubigern insgesamt nur relativ geringen finanziellen Schaden erzeugen, muss ein Großkonzern, von dem die Versorgung der Bevölkerung und Arbeitsplätze abhängig sind, von der Gesellschaft am Leben erhalten werden, um den Schaden nicht noch zu vergrößern. In dieser Position kann ein Großkonzern so ziemlich alles fordern, jedenfalls so lange ein Konsens über Großkonzerne besteht. Tepco wird selbstverständlich versuchen, die Kosten auf die Gesellschaft insgesamt abzuwälzen, aber diese "Gier" liegt im Wesen der Großkonzerne und nicht im bösen Willen von Tepco begründet. Jeder Großkonzern in Europa würde sich ähnlich verhalten wie Tepco, aber seinen Managern vermutlich hohe Boni zahlen.
Quelle: FAZ, 10.05.11, "Für Entschädigungen. Fukushima-Betreiber Tepco fordert Staatshilfe".
Freitag, 6. Mai 2011
Kleinere Betriebe? Ab in die Wertschöpfungskette!
Beispiele aus dem Bereich des Fahrzeugbaus können vielleicht verdeutlichen, warum kleine, innovative Hersteller keine Überlebenschancen gegenüber den Großkonzernen haben. So wird z.B. Zulieferfirmen von den Konzernen untersagt, notwendige Bauteile, wie z.B. Autolampen, an ein nicht zum Konzern gehörendes Unternehmen zu verkaufen. Das setzt kleine Firmen vor z.T. kaum lösbare Probleme.
Es wäre ja nun vorstellbar, dass die Politik Druckmittel dieser Art als sittenwidrig einstuft und ahndet. Aber nichts dergleichen. Umgekehrt: Das Land NRW z.B., das sich als "Modellregion für Elektromobilität in Deutschland und Europa" positionieren will, rief 2009 einen Wettbewerb für Unternehmen und anwendungsorientierte Forschungseinrichtungen aus (Wettbewerbsaufruf Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen), "die über hervorragende Kenntnisse und Projektideen verfügen, um die nötigen Forschungs- und Entwicklungsbeiträge zu leisten". Eigeninitiative, Kreativität und Engagement für automobile Zukunftslösungen sollen aber nicht der selbständigen und konzernunabhängigen Herstellung von Elektromobilen gelten, sondern ausdrücklich Teil einer Wertschöpfungskette sein, die "von der Forschung bis hin zur prototypischen Darstellung eines Produktes" reicht, um die Wettbewerbsposition der deutschen Automobilindustrie zu stärken. Die deutsche Automobilindustrie wird von wenigen Konzernen beherrscht.
Wer glaubt denn, dass dieses Zusammenspiel von Politik und Großkonzernen in Angelegenheiten der erneuerbaren Energie nicht ähnlich zu Gunsten der Großkonzerne verläuft?
(Quelle: ElektroMobil.NRW)
Es wäre ja nun vorstellbar, dass die Politik Druckmittel dieser Art als sittenwidrig einstuft und ahndet. Aber nichts dergleichen. Umgekehrt: Das Land NRW z.B., das sich als "Modellregion für Elektromobilität in Deutschland und Europa" positionieren will, rief 2009 einen Wettbewerb für Unternehmen und anwendungsorientierte Forschungseinrichtungen aus (Wettbewerbsaufruf Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen), "die über hervorragende Kenntnisse und Projektideen verfügen, um die nötigen Forschungs- und Entwicklungsbeiträge zu leisten". Eigeninitiative, Kreativität und Engagement für automobile Zukunftslösungen sollen aber nicht der selbständigen und konzernunabhängigen Herstellung von Elektromobilen gelten, sondern ausdrücklich Teil einer Wertschöpfungskette sein, die "von der Forschung bis hin zur prototypischen Darstellung eines Produktes" reicht, um die Wettbewerbsposition der deutschen Automobilindustrie zu stärken. Die deutsche Automobilindustrie wird von wenigen Konzernen beherrscht.
Wer glaubt denn, dass dieses Zusammenspiel von Politik und Großkonzernen in Angelegenheiten der erneuerbaren Energie nicht ähnlich zu Gunsten der Großkonzerne verläuft?
(Quelle: ElektroMobil.NRW)
Greenpeace - Wegbereiter für Energiekonzerne
Unter der Absatz-Überschrift "Es geht auch anders" legt Greenpeace dem Energieriesen RWE nahe, sein Geld zukünftig mit erneuerbarer Energie (Kernenergie ausgenommen), zu verdienen. Greenpeace:
"RWE hat das Potential, einer der Player der Energiewende zu werden."Greenpeace appelliert an den Konzern: Als finanzstarkes Großunternehmen könne es zum Beispiel in Offshore-Windparks investieren.
Wer sonst sollte sich diesen Markt einverleiben, wenn es mit den alten AKW und Kohle kein Geld mehr zu verdienen gibt, als die Energieriesen? Viele Anhänger von Atomkraft-nein-danke reiben sich verwundert die Augen, dass Bundeskanzlerin Merkel und nicht einer der ihren den ersten deutschen Ostsee-Windpark in Betrieb nimmt und für die Energiewende wirbt, weil sie der Greenpeace-Organisation aufs Wort glauben, wenn sie schreibt "Typisch RWE - wie Energiekonzerne Deutschland blockieren". Greenpeace pflegt hier besten Bildzeitungs-Stil und nutzt die Verwirrung der Atomkraft-Gegner schamlos aus, die Kernkraft mit "bösen", unwilligen Energieriesen in Verbindung bringen. Die Energieriesen hatten den neuen Markt schon längst abgecheckt und den Ausstieg nur hinausgezögert, weil die finanziellen Vorteile nicht groß genug waren. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.
Greenpeace hat dabei geholfen. Es geht Greenpeace nicht um gesellschaftliche Alternativen, z.B. um die Schaffung vieler kleiner, dezentraler Einrichtungen, auf die viele der Atomkraft-Gegner hoffen. Greenpeace setzt auf auf die Konzerne, weil die über die notwendigen Finanzmittel verfügen.
Noch vor wenigen Monaten gab es in der Bevölkerung heftige Widerstände gegen Windkraftwerke, aber mit Fukushima war plötzlich alles anders: Fukushima bot die Grundlage für die beste PR aller Zeiten - Fukushima sells. Und die Gunst der Stunde haben grüne Konzernberater und die Konzerne genutzt.
Den Ostsee-Windpark rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Darß/Zingst hatte EnBW vor drei Jahren gekauft. Ein weiterer, viermal so großer Offshore-Windpark (Baltic 2 vor Rügen) ist geplant. Und dabei hat EnBW im Unterschied zu den anderen Energiekonzernen RWE, Eon und Vattenfall das Thema Offshore-Windenergie als letzter für sich entdeckt.
Die entscheidende Frage aber ist: Sind Windkrafträder und Solarenergie wirklich die beste Wahl, um den Energiebedarf unseres Landes weitestgehend zu decken, oder sind sie nichts anderes als ein gigantisches Maschmeyer-Syndrom?
EnBW-Chef, Hans-Peter Villis, für Ausstieg aus Atomenergie
Mal so, mal so. Vor vier Jahren, als Villis seinen Führungsposten bei dem EnBW-Konzern übernahm, sagte er noch: "Mein Traum ist es, einmal ein Kernkraftwerk zu bauen." Und: "Kernenergie ist keine Brückentechnologie. Sie ist die Zukunft." (in: SpiegelOnline, 27.04.2011)
Heute denkt er anders: Grundsätzlich sei er von der Kernenergie überzeugt. Wenn es aber "keine Akzeptanz mehr in der Gesellschaft gibt, müssen wir darauf reagieren" - und fordert mehr Investitionsanreize für alternative Energiequellen wie Offshore-Windparks geben. "Durch eine Konzentration der Förderung auf weniger Jahre könnten viele Projekte schneller in Angriff genommen werden." (ebda.)
Heute denkt er anders: Grundsätzlich sei er von der Kernenergie überzeugt. Wenn es aber "keine Akzeptanz mehr in der Gesellschaft gibt, müssen wir darauf reagieren" - und fordert mehr Investitionsanreize für alternative Energiequellen wie Offshore-Windparks geben. "Durch eine Konzentration der Förderung auf weniger Jahre könnten viele Projekte schneller in Angriff genommen werden." (ebda.)
RWE-Chef Großmann – "Ich war nie Kernkraftjünger"
In einem Interview der welt.online mit Jürgen Großmann, RWE-Chef, Fritz Vahrenholt, Chef der RWE-Tochter Innogy, und Otto Schily erklärte Großmann: "Ich war nie Kernkraftjünger".
Großmann: "Ich möchte nicht auf den Ewiggestrigen reduziert werden, der Atomkraft als Allheilmittel predigt. Atomkraft macht doch bei RWE schon heute nur rund zehn Prozent des Unternehmenswertes und 20 Prozent der Stromerzeugung aus. Wir versuchen doch mit aller Macht, das Unternehmen auf erneuerbare Energien zu trimmen. Wer hätte denn vor ein paar Jahren gedacht, dass wir einmal einen Erneuerbaren-Jünger wie Fritz Vahrenholt an führender Stelle beschäftigen würden?"
Vahrenholt: "Und ich bin ja nicht der Einzige. Wir haben bei Innogy mittlerweile 1500 Jünger. Wissen Sie, wie viele meiner Kollegen bin ich ja Windmensch durch und durch. Meine Sorge ist aber, dass wir die Erneuerbaren so überfordern, dass es am Ende einen gefährlichen Rückschlag bei der Akzeptanz geben wird?…"
Großmann: "...so ist es. Jetzt sind alle noch dafür. Aber wenn die Preise nach oben gehen, weil das Angebot an alternativen Energien einfach zu knapp ist, dann wird es einen Aufschrei geben. Dann werden die Erneuerbaren in Verruf geraten, und dann haben wir das Gegenteil von dem erreicht, was wir wollen."
Quelle: welt.online, 01.05.2011.
Großmann: "Ich möchte nicht auf den Ewiggestrigen reduziert werden, der Atomkraft als Allheilmittel predigt. Atomkraft macht doch bei RWE schon heute nur rund zehn Prozent des Unternehmenswertes und 20 Prozent der Stromerzeugung aus. Wir versuchen doch mit aller Macht, das Unternehmen auf erneuerbare Energien zu trimmen. Wer hätte denn vor ein paar Jahren gedacht, dass wir einmal einen Erneuerbaren-Jünger wie Fritz Vahrenholt an führender Stelle beschäftigen würden?"
Vahrenholt: "Und ich bin ja nicht der Einzige. Wir haben bei Innogy mittlerweile 1500 Jünger. Wissen Sie, wie viele meiner Kollegen bin ich ja Windmensch durch und durch. Meine Sorge ist aber, dass wir die Erneuerbaren so überfordern, dass es am Ende einen gefährlichen Rückschlag bei der Akzeptanz geben wird?…"
Großmann: "...so ist es. Jetzt sind alle noch dafür. Aber wenn die Preise nach oben gehen, weil das Angebot an alternativen Energien einfach zu knapp ist, dann wird es einen Aufschrei geben. Dann werden die Erneuerbaren in Verruf geraten, und dann haben wir das Gegenteil von dem erreicht, was wir wollen."
Quelle: welt.online, 01.05.2011.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Eon auf schnellen Ausstieg aus der Kernenergie vorbereitet
Eon z.B.:
Der Eindruck, der bei vielen Atomkraftgegnern besteht, die Energieriesen sträubten sich gegen die erneuerbare Energie, entspricht, genau betrachtet, nicht den Tatsachen. Der Eon-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen betonte auf der Aktionärsversammlung in Essen, 05.05.2011, die Eon-Stärke jenseits des Kernkraft-Geschäfts: Im Bereich Offshore-Wind sei Eon mittlerweile Weltmarktführer. Teyssen: „Heute betreiben wir weltweit 84 Windparks auf Land und auf See. Fast jede zweite Offshore-Windturbine des letzten Jahres weltweit haben wir gebaut." Und er fuhr fort: „Wenn Erdgas eine größere Rolle im Energiesystem der Zukunft spielen soll und wird, dann steht Eon als europaweit größter Gashändler und als Betreiber der modernsten Gaskraftwerksflotte des Kontinents bereit. Mit einer regenerativen Kapazität von 8400 Megawatt, substanziellen Offshore-Schritten und mit großen Solarkraftwerken sei Eon der „National Champion“ Deutschlands auch auf diesem Gebiet.
(Quelle: DerWesten, 05.05.11)
Der Eindruck, der bei vielen Atomkraftgegnern besteht, die Energieriesen sträubten sich gegen die erneuerbare Energie, entspricht, genau betrachtet, nicht den Tatsachen. Der Eon-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen betonte auf der Aktionärsversammlung in Essen, 05.05.2011, die Eon-Stärke jenseits des Kernkraft-Geschäfts: Im Bereich Offshore-Wind sei Eon mittlerweile Weltmarktführer. Teyssen: „Heute betreiben wir weltweit 84 Windparks auf Land und auf See. Fast jede zweite Offshore-Windturbine des letzten Jahres weltweit haben wir gebaut." Und er fuhr fort: „Wenn Erdgas eine größere Rolle im Energiesystem der Zukunft spielen soll und wird, dann steht Eon als europaweit größter Gashändler und als Betreiber der modernsten Gaskraftwerksflotte des Kontinents bereit. Mit einer regenerativen Kapazität von 8400 Megawatt, substanziellen Offshore-Schritten und mit großen Solarkraftwerken sei Eon der „National Champion“ Deutschlands auch auf diesem Gebiet.
(Quelle: DerWesten, 05.05.11)
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stärkt Konzerne
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird die Weichen dafür stellen, wer im Land den Ton angibt, wenn es um die Aufteilung des Marktes für erneuerbaren Energien geht. Es liegt ein interner Entwurf des EEG-Erfahrungsberichts vom 3. Mai und ein Eckpunktepapier zur EEG-Novelle vor, auf das sich SpiegelOnline bezieht: Das EEG wird z.Z. angepasst; E.on, RWE & Co, die sich schon seit Jahren auf den Wandel eingerichtet haben, erhalten zusätzliche Vergünstigungen. Kleine und mittelständische Unternehmen bangen um ihre Existenz und revoltieren gegen die EEG-Novelle. Aber sie haben schlechte Karten, denn ohne die Energieriesen ist der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energie, wenn überhaupt, nicht zu schaffen. ("Stromrevolution Öko-Zukunftsplan bevorzugt die Konzerne", SpiegelOnline, 5.5.11)
Dienstag, 3. Mai 2011
Greenpeace - Wegbereiter für Energiekonzerne
Unter der Absatz-Überschrift "Es geht auch anders" legt Greenpeace dem Energieriesen RWE nahe, sein Geld zukünftig mit erneuerbarer Energie (Kernenergie ausgenommen), zu verdienen. Greenpeace:
Wer sonst sollte sich diesen Markt einverleiben, wenn es mit den alten AKW und Kohle kein Geld mehr zu verdienen gibt, als die Energieriesen? Viele Anhänger von Atomkraft-nein-danke reiben sich verwundert die Augen, dass Bundeskanzlerin Merkel und nicht einer der ihren den ersten deutschen Ostsee-Windpark in Betrieb nimmt und für die Energiewende wirbt, weil sie der Greenpeace-Organisation aufs Wort glauben, wenn sie schreibt "Typisch RWE - wie Energiekonzerne Deutschland blockieren". Greenpeace pflegt hier besten Bildzeitungs-Stil und nutzt die Verwirrung der Atomkraft-Gegner schamlos aus, die Kernkraft mit "bösen", unwilligen Energieriesen in Verbindung bringen. Die Energieriesen hatten den neuen Markt schon längst abgecheckt und den Ausstieg nur hinausgezögert, weil die finanziellen Vorteile nicht groß genug waren. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.
Greenpeace hat dabei geholfen. Es geht Greenpeace nicht um gesellschaftliche Alternativen, z.B. um die Schaffung vieler kleiner, dezentraler Einrichtungen, auf die viele der Atomkraft-Gegner hoffen. Greenpeace setzt auf auf die Konzerne, weil die über die notwendigen Finanzmittel verfügen.
Noch vor wenigen Monaten gab es in der Bevölkerung heftige Widerstände gegen Windkraftwerke, aber mit Fukushima war plötzlich alles anders: Fukushima bot die Grundlage für die beste PR aller Zeiten - Fukushima sells. Und die Gunst der Stunde haben grüne Konzernberater und die Konzerne genutzt.
Den Ostsee-Windpark rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Darß/Zingst hatte EnBW vor drei Jahren gekauft. Ein weiterer, viermal so großer Offshore-Windpark (Baltic 2 vor Rügen) ist geplant. Und dabei hat EnBW im Unterschied zu den anderen Energiekonzernen RWE, Eon und Vattenfall das Thema Offshore-Windenergie als letzter für sich entdeckt.
Die entscheidende Frage aber ist: Sind Windkrafträder und Solarenergie wirklich die beste Wahl, um den Energiebedarf unseres Landes weitestgehend zu decken, oder sind sie nichts anderes als ein gigantisches Maschmeyer-Syndrom?
"RWE hat das Potential, einer der Player der Energiewende zu werden."Greenpeace appelliert an den Konzern: Als finanzstarkes Großunternehmen könne es zum Beispiel in Offshore-Windparks investieren.
Wer sonst sollte sich diesen Markt einverleiben, wenn es mit den alten AKW und Kohle kein Geld mehr zu verdienen gibt, als die Energieriesen? Viele Anhänger von Atomkraft-nein-danke reiben sich verwundert die Augen, dass Bundeskanzlerin Merkel und nicht einer der ihren den ersten deutschen Ostsee-Windpark in Betrieb nimmt und für die Energiewende wirbt, weil sie der Greenpeace-Organisation aufs Wort glauben, wenn sie schreibt "Typisch RWE - wie Energiekonzerne Deutschland blockieren". Greenpeace pflegt hier besten Bildzeitungs-Stil und nutzt die Verwirrung der Atomkraft-Gegner schamlos aus, die Kernkraft mit "bösen", unwilligen Energieriesen in Verbindung bringen. Die Energieriesen hatten den neuen Markt schon längst abgecheckt und den Ausstieg nur hinausgezögert, weil die finanziellen Vorteile nicht groß genug waren. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.
Greenpeace hat dabei geholfen. Es geht Greenpeace nicht um gesellschaftliche Alternativen, z.B. um die Schaffung vieler kleiner, dezentraler Einrichtungen, auf die viele der Atomkraft-Gegner hoffen. Greenpeace setzt auf auf die Konzerne, weil die über die notwendigen Finanzmittel verfügen.
Noch vor wenigen Monaten gab es in der Bevölkerung heftige Widerstände gegen Windkraftwerke, aber mit Fukushima war plötzlich alles anders: Fukushima bot die Grundlage für die beste PR aller Zeiten - Fukushima sells. Und die Gunst der Stunde haben grüne Konzernberater und die Konzerne genutzt.
Den Ostsee-Windpark rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Darß/Zingst hatte EnBW vor drei Jahren gekauft. Ein weiterer, viermal so großer Offshore-Windpark (Baltic 2 vor Rügen) ist geplant. Und dabei hat EnBW im Unterschied zu den anderen Energiekonzernen RWE, Eon und Vattenfall das Thema Offshore-Windenergie als letzter für sich entdeckt.
Die entscheidende Frage aber ist: Sind Windkrafträder und Solarenergie wirklich die beste Wahl, um den Energiebedarf unseres Landes weitestgehend zu decken, oder sind sie nichts anderes als ein gigantisches Maschmeyer-Syndrom?
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